LeaderPlus
(Förderperiode 2002 - 2006)
Kulturerlebnis Fränkische Schweiz
Integrierter Entwicklungsplan
zur Förderung der Entwicklung
des ländlichen Raums
KURZFASSUNG
LEADER+ - Aktionsgruppe
„LEADER+ - Kulturerlebnis Fränkische Schweiz e.V."
LEADERplus
Kulturerlebnis Fränkische Schweiz - Entwicklungsplan
KURZFASSUNG
Inhaltsverzeichnis
1 Abgrenzung und Lage des Gebietes
2 Ausgangslage/Bestandsaufnahme
3 Stärken-Schwächen-Analyse
4 Lokale Aktionsgruppe
5 Leitbilder und Zielvorstellungen
6 Entwicklungsstrategie
7 Umweltschutz und Nachhaltigkeit
8 Handlungsfelder und Projekte
9 Finanzierung
10 Fazit
1 Abgrenzung und Lage des Gebietes
Lage im Raum und Verwaltungsgliederung
Das Zielgebiet ist Teil des Landkreises Forchheim. Es gehört zur Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim, die wiederum den südlichen Teil der Region Oberfranken-West (4) darstellt.
Das Beantragungsgebiet umfasst 11 Gemeinden des Landkreises Forchheim zuzüglich des historischen Stadtkerns der Großen Kreisstadt Forchheim
Die Einwohnerzahl des Zielgebietes beträgt 30.609 Einwohner bei einer Fläche von 275,02 km². Die Bevölkerungsdichte liegt somit bei 111 Einwohnern pro Quadratkilometer.
Das Zielgebiet bildet aufgrund der naturräumlichen Gegebenheiten, der historisch-kulturellen Entwicklung und des daraus resultierenden sozioökonomischen Potenzials eine in sich geschlossene Einheit.
Sozioökonomisches und wirtschaftliches Potenzial
Die im Zielgebiet vorhandenen Humanressourcen, die für die Umsetzung des integrierten Entwicklungsplans geplanten Mittel sowie das wirtschaftliche Potenzial des Zielgebiets sind in der Lage, die geplante Entwicklungsstrategie auch tatsächlich umzusetzen. Eine ausreichende kritische Masse zur Umsetzung der geplanten Entwicklungsstrategie wird erreicht.
Alle wesentlichen Multiplikatoren des Zielgebietes sind in die Entwicklung der Strategie und deren künftige Umsetzung eingebunden: Heimatvereine, Bauernverband (als Mitglied der LAG), Verbände und Behörden, Wirtschaft und Behörden sind in die Gesamtkonzeption integriert und ziehen an einem Strang und sind somit Garant für eine erfolgreiche Umsetzung der geplanten Projekte.
Alle wesentlichen Akteure und beteiligten Zielgemeinden haben ihren Willen und ihre feste Absicht, sich finanziell an dem Entwicklungsplan zu beteiligen, schriftlich bekundet. Die Finanzmittelübersicht stellt klar, dass die Kofinanzierung für den Entwicklungsplan gesichert ist.
2 Ausgangslage/Bestandsaufnahme
Da sich die Zahlen des Landesamtes für Statistik auf die gesamte „Große Kreisstadt Forchheim" beziehen, werden die Zahlen bei der Auswertung der Ausgangslage herausgenommen, da nur ein geringer Teil der Einwohner und der Fläche Forchheims (Historischer Stadtkern) im Entwicklungsplan enthalten ist.
Demographische Entwicklung
Die Bevölkerung im Zielgebiet nahm in den Jahren 1990-1998 um 1.409 Einwohner (+ 5,08%) auf 29.149 zu. Während die Einwohnerzahl in den Gemeinden der Zielregion in den Jahren 1990-1995 noch um 1.318 Einwohner (4,75 %) anstieg, war in den Jahren 1995-1998 insgesamt eine Stagnation (+ 0,31 %), 1996/1997 sogar erstmals ein absoluter Rückgang in der Bevölkerungsentwicklung zu verzeichnen.
Seit der Volkszählung im Mai 1987 ging der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigem Alter (18-65-Jahre) von 63,77 % auf 62,47 % zurück. Dagegen stieg der Anteil der über 65-Jährigen von 13,90 % auf 14,73 %, was auf eine zunehmende Verschiebung der Altersstruktur hin zu Einwohnern im Rentenalter schließen lässt.
Wirtschaft
Die Wirtschaft im Zielgebiet - als Kerngebiet der Fränkischen Schweiz - ist im wesentlichen von Landwirtschaft und Obstbau (Landwirtschaftliche Kleinbetriebe und Nebenerwerbslandwirte) geprägt. Die gewerbliche Wirtschaft ist hingegen deutlich unterrepräsentiert. Insgesamt befanden sich 1998 im Zielgebiet 1.734 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Hingegen sind insgesamt nur 11 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes mit mehr als 20 Beschäftigten im Zielgebiet ansässig. Darüber hinaus befinden sich 14 industrielle Kleinbetriebe im verarbeitenden Gewerbe sowie 42 Unternehmen des Bereichs vorbereitende Baustellenarbeiten, Hoch- und Tiefbau im Zielgebiet.
Arbeitsplatzdichte
Die mangelnde Repräsentanz gewerblicher Unternehmen kommt auch in der hohen Pendlerquote zum Ausdruck. Per 30.06.1998 hatten 4.520 Beschäftigte einen Arbeitsplatz im Zielgebiet, während insgesamt 10.257 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Zielgebiet wohnten, was einen Pendlersaldo von 5.737 Beschäftigten (126 %) bedeutet.
Arbeitsmarkt
Die Arbeitslosigkeit im Zielgebiet lag am 31.12.1998 bei 991 arbeitslos gemeldeten Personen.
Land- und Forstwirtschaft
Die Landwirtschaft spielt in der Zielregion trotz anhaltenden Strukturwandels und eines seit Jahrzehnten anhaltenden Rückgangs der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe noch immer eine bedeutende Rolle. Die Land- und Forstwirtschaft ist aufgrund der naturräumlichen Gliederung der Landschaft im wesentlichen durch kleinstrukturierte Betrieb geprägt (Landwirtschaftliche Kleinbetriebe und Nebenerwerbslandwirte).
Insgesamt lagen 1998 im Zielgebiet 1.734 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, Die Nutzung der landwirtschaftlichen Nutzfläche teilt sich auf in Grünland (LK-Wert: 64 %), Ackerland (LK-Wert: 30 %) und Obstbau (LK-Wert: 6 %). Auf den Übergangslagen der Fränkischen Schweiz wird meist Obstbau betrieben, dort liegen - z.T. auf Streuobstwiesen - die traditionellen Schwerpunkte des gewerblichen Kirschenanbaus.
Tourismus
Der Tourismus im Zielgebiet entwickelte sich in den letzten Jahren stark rückläufig. Die Zahl der Gästeankünfte ist in den 90er Jahren um 17,4 % zurückgegangen. Da zudem die durchschnittliche Verweildauer im vergangenen Jahrzehnt ebenfalls abgenommen hat (- 5,0 %), hat sich dies insgesamt negativ auf die Übernachtungszahlen und die Kapazitätsauslastung ausgewirkt, die in einigen Gemeinden des Zielgebietes (Gößweinstein, Egloffstein) drastisch zurückging.
Natur und Landschaft
Das Zielgebiet befindet sich zu großen Teilen im Naturpark „Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst" (Anteil mind. 55%). In der Zielregion liegen darüber hinaus zwei Naturschutzgebiete (Ehrenbürg und Naturwaldreservat Eibenwald bei Gößweinstein) mit einer Fläche von 186,8 ha, 13 geschützte Landschaftsbestandteile mit 208,8 ha sowie ein großer Teil der an die EU-Kommission gemeldeten FFH- und Vogelschutzgebiete im Landkreis Forchheim. So ist die Wiesent mit ihren Seitentälern mit einer Gesamtfläche von 4.302 ha (in insgesamt vier Landkreisen) als FFH-Gebiet ausgewiesen. Zudem laufen im Zielgebiet zahlreiche Arten- und Biotopschutzprojekte (ABSP).
Kultur
Das beschriebene Gebiet ist vor allem durch seine Vielzahl an kulturhistorischen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten geprägt. Die Landschaft hat riesige, nicht voll genutzte Ressourcen: intakte Natur; Kulturlandschaft mit Schlössern, Burgen, Mühlen, Kirchen, Kapellen und Wallanlagen. So zählt die Fränkische Schweiz zu einer der bedeutendsten Burgenlandschaften Mitteleuropas. Es sind in der Fränkischen Schweiz 172 Burgen, Ruinen und Burgställe mit einer gewissen Konzentration der Vielfalt im mittleren/unteren Wiesenttal zu finden. Das Zentrum bildet das Burgensystem von Neideck.
Bestehende lokale Strukturen
Es bestehen folgende lokale Strukturen im Zielgebiet:
11 Agenda-Gruppen
Fränkische Schweiz-Verein: Heimatverein mit 43 Ortsgruppen. Im Zielgebiet liegen folgende FSV-Ortsgruppen: Ebermannstadt, Egloffstein, Engelhardsberg, Forchheim, Gößweinstein, Kirchehrenbach, Leutenbach, Morschreuth, Muggendorf, Pretzfeld, Streitberg,
Tourismusverein „Rund ums Walberla-Ehrenbürg e. V.": freiwilliger Zusammenschluss von Hoteliers, Gastwirte und Vermieter in dem Raum um den Tafelberg „Ehrenbürg"
ADFC-Kreisverband auf Landkreisebene
Ring junger Landwirte: Zusammenschluss aktiver Landwirte aus dem Landkreis Forchheim.
3 Stärken-Schwächen-Analyse
Schwächen
- Geringe Anzahl gewerblicher Unternehmen
- Dominanz von Landwirtschaft und Obstbau in kleinräumigen Gebieten
- Hohe Auspendlersalden in die Verdichtungsräume
- Tendenz zu Abwanderung der qualifizierten Jugend und Überalterung
- Eingeschränktes Entwicklungspotenzial durch strenge Vorgaben zum Landschafts- und Naturschutz und durch Verkehrsbeschränkungen
- Verkrustete Strukturen im Tourismus
- Hohes - bisher brachliegendes - kulturhistorisches Potenzial
Stärken
- Eindrucksvolle landschaftliche Vielfalt von hohem Freizeit- und Erholungswert
- Ursprüngliches Naturerlebnis durch hohen Anteil am Naturpark „Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst" sowie Vielzahl geschützter Landschaftsbestandteile
-
Vielfalt an kulturellen und landschaftlichen
Reizen: ungeheuere Fülle an Sehenswürdigkeiten, von den Burgen und Burgruinen,
Schlössern, Stadt- und Ortskernen mit ihrer historischen Bebauung, Mühlen,
Felslandschaften und Tälern
Ergebnis der Analyse - Wertung der Stärken und Schwächen
Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass das Zielgebiet in wirtschaftlicher Hinsicht unterentwickelt ist, über hohe Auspendlersalden verfügt und zu Überalterung neigt, da die qualifizierte Jugend abwandert.
Die Stärken-Schwächen-Analyse zeigt zudem, dass aufgrund der historischen Entwicklung, vorhandener Einschränkungen durch Natur und Naturschutz sowie der begrenzten Verkehrsanbindung im Zielgebiet nur eine Entwicklung in Richtung des Handlungsschwerpunktes „Kultur und Natur" möglich ist. Nur in diesem Bereich können deutliche Perspektiven und Verbesserungen geschaffen werden, um die Schwächen im Tourismusbereich zu überwinden und eine Trendwende im Tourismus hin zu einer nachhaltigen ökologisch und ökonomisch sinnvollen Entwicklung herbeizuführen.
Vor allem im Tourismusbereich bestehen Ansatzpunkte zur Verbesserung. Es müssen alle Anstrengungen darauf verwendet werden, Formen des Tourismus zu finden und zu fördern, die einen möglichst hohen Nutzen für alle Beteiligten bringen, gleichzeitig aber Nachteile ökonomischer, ökologischer oder sozialer Art minimieren. Dies wäre „sanfter Tourismus".
Hier setzt der integrierte LEADER+ - Entwicklungsplan „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" mit dem Wander- und Mountainbike-Weg und den abgeleiteten Handlungsfeldern Kultur, Natur, Landwirtschaft, Archäologie und Burgenkunde, Vernetzung, Mobilität und Qualifizierung, Projektmanagement und LAG-Geschäftsführung an, der eine nachhaltige Entwicklung der Zielregion ermöglicht.
4 Lokale Aktionsgruppe
Am 14. März 2001 wurde eine Lokale Aktionsgruppe „LEADER+ - Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" als eingetragener Verein ins Leben gerufen.
Die Mitglieder des Vereins rekrutieren sich aus den verschiedensten kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Bereichen des Zielgebietes. Im Vorstand der Aktionsgruppe sind 50 % WISO-Partner vertreten, Frauen und Jugend sind in der LAG im Vorstand und als Mitglieder ebenfalls angemessen repräsentiert. Eine Vielzahl innerhalb des Zielgebietes ansässiger Gruppierungen ist als Ideengeber tätig. Die von diesen Gruppen eingebrachten Projektvorschläge werden diskutiert, in der LAG koordiniert und in die Entwicklungsstrategie sinnvoll integriert. Behörden und Verbände begleiten die Arbeit der LAG in konstruktiver Weise.
Somit ist gewährleistet, dass die Ideen und Projektvorstellungen unmittelbar aus der Region kommen und die einheimische Bevölkerung an der Entscheidungsfindung angemessen partizipiert.
LEADER+ als Träger der Entwicklungsstrategie beabsichtigt, für die Umsetzung des Integrierten Entwicklungsplans „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" für die Dauer von fünf Jahren einen hauptamtlichen Projektmanager sowie eine LAG-Geschäftsführung zu beschäftigen.
Aufgrund der Zusammensetzung der LAG sowie der Projektvorschläge einbringenden Gruppierungen ist gewährleistet, dass die Ideen und Projektvorstellungen - entsprechend dem Bottom-Up-Methoden-Ansatz - unmittelbar aus der Region kommen und in einen einheitlichen, strategisch sinnvollen und nachhaltigen Entwicklungsplan integriert werden.
5 Leitbilder und Zielvorstellungen
Das Hauptziel des integrierten Entwicklungsplans „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" ist die Förderung einer dauerhaften Entwicklung des unter Punkt 1 definierten Zielgebietes unter Ausnutzung des vorhandenen kulturhistorischen Potenzials und der spezifischen natürlichen Ressourcen.
Aufgrund der aufgezeigten Analysen gibt es zum Handlungsschwerpunkt „Kultur und Natur" für die Zielregion keine Alternativen.
Aus diesem Leitbild heraus sowie aufgrund der unter Punkt 3 getroffenen Abwägungen wurden für den Integrierten Entwicklungsplan „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" folgende Handlungsfelder definiert: Kultur, Natur, Archäologie und Burgenkunde, Landwirtschaft, Vernetzung, Mobilität und Qualifizierung, Projektmanagement und LAG-Geschäftsführung. Die einzelnen Handlungsfelder stehen untereinander in wechselseitiger Beziehung und ergänzen sich gegenseitig, so dass die Realisierung des einen Handlungsfelds die Verwirklichung der Projekte anderer Handlungsfelder positiv beeinflusst.
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Mit der kontinuierlichen Umsetzung der einzelnen Handlungsfelder und der jeweiligen Projekte werden nachhaltig und dauerhaft
- unter Ausnutzung des vorhandenen Wegenetzes Naturräume und Landschaftsteile in umweltverträglicher Weise einem breiten Publikum zugänglich gemacht
- zehn neue Einrichtungen zur kulturellen und drei neue Einrichtungen zur umweltorientierten Freizeitnutzung geschaffen;
- neun historische und gebietstypische Kultur- und Naturgüter (s. Projektübersicht) inwertgesetzt,
- ein begleitendes kulturelles und gesellschaftliches Programm im Zielgebiet - thematisch passend zum Burgenweg - verankert, das die Zahl der kulturellen Veranstaltungen um 50 % erhöht.
- der Fremdenverkehr und die damit verbundenen Dienstleistungen gefördert
Damit einher geht auch eine Erhöhung der Besucher- und Übernachtungszahlen, da Einheimische, Touristen und Umlandbewohner mit einem Besuch kultureller Institutionen oder Veranstaltungen oft andere Aktivitäten verbinden und zu einer Verstärkung der Wertschöpfungsketten und zu Umsatzsteigerungen vor allem bei Anbietern komplementärer Güter beitragen (Gaststätten, Restaurants, Beherbergungsbetriebe, Einzelhandelsgeschäfte).
6 Entwicklungsstrategie
Der integrierte Entwicklungsplan „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" verfolgt das Ziel der Förderung einer dauerhaften Entwicklung des definierten Zielgebietes unter Ausnutzung des vorhandenen kulturhistorischen Potenzials und der spezifischen natürlichen Ressourcen.
Pilotcharakter
Der LEADER+ - Entwicklungsplan verfolgt einen vollkommen neuen Ansatz in der bisherigen Praxis. Charakteristisch für die Pilothaftigkeit des vorliegenden Entwicklungsplans „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" ist, dass alle sozioökonomischen Gruppierungen des Zielgebietes in der LAG an der Entscheidungsfindung und Projektdurchführung beteiligt sind. Bei der Entwicklungsstrategie „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" wurden alle relevanten Kräfte des Zielgebietes von Beginn an eingebunden, um eine breite Zustimmung und Verbreitung des Gedankenguts in der betroffenen Bevölkerung sicherzustellen. Die von den beteiligten Gruppen eingegangenen Anregungen wurden gebündelt und in eine einheitliche Gesamtstrategie eingebunden, die alle beteiligten Gruppen berücksichtigt, die entsprechenden Handlungsfelder verknüpft und nachhaltig die Entwicklung des Zielgebietes fördert. Interdependenzen zwischen den Projekten werden berücksichtigt, was die Realisierung des gesamten Projektziels in besonderer Weise begünstigt.
Zusammenarbeit in der LAG
Am Entwicklungsplan „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" sind alle wesentlichen Gruppierungen „vor Ort" beteiligt und eingebunden. Aufgrund des „Bottom-Up-Methoden-Ansatzes" ist gewährleistet, dass das geistige Potenzial und die spezifischen Ressourcen des Zielgebietes von Anfang einbezogen und ausgeschöpft werden. Die beteiligten Akteure sind im Verein „Aktionsgruppe LEADER+ - Kulturerlebnis Fränkische Schweiz e.V." zusammengefasst. Durch die LAG-Geschäftsführung erfolgt die Koordination der beteiligten Gruppierungen, Behörden und Verbände sowie deren Zusammenarbeit untereinander, da die Mitglieder der LAG als Ideengeber und Projektträger unmittelbar an der Umsetzung des Entwicklungsplans beteiligt sind.
Nachhaltigkeit
Die LEADER+ - Entwicklungsstrategie „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" ist geeignet, die Entwicklung des Zielgebietes dauerhaft und nachhaltig zu fördern und voranzutreiben.
Es handelt sich bei „LEADER+ - Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" nicht um Einmal-Maßnahmen, deren Wirkung schnell verpufft, sondern um eine integrierte Gesamtkonzeption, deren Ziel darauf ausgelegt ist, eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Zielregion unter Ausnutzung des vorhandenen natürlichen und kulturhistorischen Potenzials zu gewährleisten.
Übertragbarkeit
Die Entwicklungsstrategie ist in Teilen auf andere Bereiche und Regionen übertragbar und kann somit auch in anderen Bereichen/Regionen zur Förderung der Gesamtentwicklung beitragen.
Informationen über die Gesamtkonzeption „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" werden über das nationale und internationale LEADER+ - Netzwerk einer breiten Öffentlichkeit im In- und Ausland zugänglich gemacht, um so die Möglichkeiten einer Übertragbarkeit auf andere Bereiche und Regionen zu gewährleisten.
Chancengleichheit
Der integrierte Entwicklungsplan leistet einen Beitrag zur Chancengleichheit für Frauen und Jugendliche. Durch die Besetzung des LAG-Vorstands ist gewährleistet, dass die Interessen von Frauen und Jugendlichen angemessen vertreten werden.
Daneben sollen mit der dauerhaften Steigerung des Fremdenverkehrs in der Zielregion eine nachhaltige Verbesserung der Perspektiven für Frauen und Jugendliche erreicht werden, um eine Benachteiligung der Frauen und ein Abwandern der Jugend nachhaltig zu vermeiden.
7 Umweltschutz und Nachhaltigkeit
Ökologie und Nachhaltigkeit
Die Entwicklung und des integrierten Entwicklungsplans „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" erfolgt in kontinuierlicher Abstimmung mit den relevanten Kräften des Umweltschutzes, um von Beginn an die nachhaltige Umweltverträglichkeit der Handlungsfelder und Projekte sicherzustellen.
Sofern die Projekte Naturschutz- und FFH-Gebiete betreffen, werden die entsprechenden Maßnahmen vor Ort äußerst sensibel und in enger Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde umgesetzt, um positive nachhaltige Effekte in den FFH-Gebieten zu erreichen. Sofern Arten- und Biotopschutzprojekte (ABSP) im Zielgebiet von einzelnen Projekten tangiert werden, wird auch hier auf die spezifischen Besonderheiten Rücksicht genommen und entsprechende Maßnahmen getroffen.
Ökonomie und Nachhaltigkeit
Der integrierten Entwicklungsplan „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" verfolgt das Ziel der Förderung einer dauerhaften wirtschaftlichen Entwicklung des definierten Zielgebietes unter Ausnutzung des vorhandenen kulturhistorischen Potenzials und der spezifischen natürlichen Ressourcen. Verkrustete Strukturen im Tourismusbereich in der Fränkischen Schweiz im Raum Forchheim - Ebermannstadt - Streitberg sollen aufgebrochen und dadurch die heimische Wirtschaft und Landwirtschaft gestärkt werden.
Kultur und Nachhaltigkeit
Die Realisierung des integrierten Entwicklungsplans gewährleistet eine nachhaltige Stärkung der kulturellen Landschaft im Zielgebiet. Die Schaffung neuer, die Inwertsetzung bestehender Kulturgüter und die Vernetzung des bestehenden mit dem neuen Kulturangebot erhöht dauerhaft die kulturelle Attraktivität des Zielgebietes für Touristen und Umlandbewohner. Zudem ermöglicht die Entwicklungsstrategie eine verbesserte Identifikation der einheimischen Bevölkerung mit ihrer Heimat und erzeugt über den Projektzeitraum hinweg ein erhöhtes Bewusstsein für die Eigenart und den Wert der Natur- und Kulturgüter.
8 Handlungsfelder und Projekte
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Interdependenzen zwischen den einzelnen Handlungsfeldern
Der integrierte Entwicklungsplan „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" ist ein neuartiges umfassendes Gesamtkonzept zur Förderung der Zielregion, da die einzelnen Handlungsfelder nicht isoliert nebeneinander stehen, sondern durch das Handlungsfeld 5 „Mobilität, Qualifizierung und Vernetzung" umfassend miteinander verknüpft werden, um vorhandene Interdependenzen zu berücksichtigen und neue zu schaffen. Die Realisierung einzelner Projekte bewirkt nichts. Man muss den integrierten Ansatz sehen, der hinter der Gesamtkonzeption steht. Nur die Gesamtheit aller Projekte bewirkt eine dauerhafte und nachhaltige, positive und sinnvolle Entwicklung des Zielgebietes.
Der Wander- und Mountainbikeweg - als alles umfassende Klammer - bezieht alle Handlungsfelder und somit kulturellen, natürlichen, landwirtschaftlichen und archäologischen Schwerpunkte des Entwicklungsplans mit ein und verbindet diese, so dass diese insgesamt ein geschlossenes Konzept zur Förderung einer ökologisch, ökonomisch und kulturell nachhaltigen Entwicklung des Zielgebietes darstellen.
Handlungsfeld 1: Kultur
Das Zielgebiet verfügt - wie bereits oben erwähnt - über eine Vielzahl natürlicher und kultureller Ressourcen, die mit dem vorliegenden Entwicklungsplan verstärkt genutzt und gefördert werden sollen. Es handelt sich primär um die weitgehend intakte Kulturlandschaft mit ihren bizarren Felsformationen, tief eingeschnittenen Tälern und den überall anzutreffenden Überresten vergangener Epochen wie vor- und frühgeschichtliche Wallanlagen, Burgruinen, Burgen, Schlösser, Mühlen, Kirchen, Kapellen, Dörfer und Städte.
Ziel des Handlungsfeldes Kultur ist die Schaffung und Inwertsetzung von Kulturgütern, um die Attraktivität der Zielregion für Einheimische und Touristen nachhaltig zu erhöhen und somit mittelfristig zu einer Steigerung der wirtschaftlichen Entwicklung beizutragen. Als Schlüsselprojekte sind Nr. 11 Burgenkundliche Sonderausstellung im Museum Schloss Hundshaupten und Nr. 12 Aufbau des Museums „Tracht des Forchheimer Umlands" definiert.
Handlungsfeld 2: Natur
Im Handlungsfeld Natur werden Projekte entlang des Wander- und Mountainbikeweges verwirklicht, deren Schwerpunkt in einem harmonischen Naturerlebnis für Einheimische und Touristen (Stichwort: „Sanfter Tourismus") zu suchen ist und die Verknüpfungen zu den kulturellen Schwerpunkten des Entwicklungsplans schaffen. Auch in diesem Handlungsfeld wird das Ziel verfolgt, langfristig und nachhaltig die vorhandenen natürlichen Ressourcen so auszuschöpfen, dass dauerhaft die gesamtwirtschaftlichen Perspektiven der Region verbessert werden.
Hier ist der Wasserweg von Engelhardsberg (Projekt 21) und dessen kulturhistorische Bedeutung für die Bewohner der Jurahochfläche als Schlüsselprojekt zu sehen.
Handlungsfeld 3: Archäologie und Burgenkunde
Mit der Umsetzung des Handlungsfelds „Archäologie und Burgenkunde" gelingt es, die Geschichte des Burgenbaus vom 9. bis zum 16. Jahrhundert lückenlos darzustellen und im Rahmen des Wander- und Mountainbikeweges didaktisch auszuschildern.
Hierdurch werden kulturelle Schwerpunkte für Touristen und Einheimische geschaffen, die die Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Heimat fördern und mittelfristig sowohl für Einheimische wie für Touristen ein erhöhtes Bewusstsein für die Eigenart und den Wert der Natur- und Kulturgüter erzeugen und entwickeln werden.
Als ausgewählte Schlüsselprojekte mit hoher Priorität sind Nr. 31 „Archäologischer Park Neideck"und Nr. 32 „Burgruine Streitberg" definiert.
Handlungsfeld 4: Landwirtschaft
Da traditionell der Obstbau - zum großen Teil in naturnaher Anbauweise auf Streuobstwiesen - in der Zielregion eine dominierende Rolle spielt, wird als Schlüsselprojekt des Handlungsfelds Landwirtschaft das Projekt Nr. 41 „Obstbaumuseum Wannbach" eingestuft.
Handlungsfeld 5: Mobilität, Vernetzung und Qualifizierung"
Das Handlungsfeld 5 schafft Querverbindungen zwischen den einzelnen Handlungsfeldern und trägt somit zur dauerhaften Vernetzung und Verankerung des Entwicklungsplans in der Zielregion bei.
Der Wander- und Mountainbikeweg - als Klammer - bezieht alle Handlungsfelder und somit kulturellen, natürlichen, landwirtschaftlichen und archäologischen Schwerpunkte des Entwicklungsplans mit ein und verbindet diese, so dass diese insgesamt ein geschlossenes Konzept zur Förderung einer ökonomisch und ökologisch nachhaltigen Entwicklung des Zielgebietes darstellen. Flankiert werden diese Projekte durch begleitende Öffentlichkeitsarbeit und Publikationen, Trainingsmaßnahmen und eine Medienstation.
Handlungsfeld: Projektmanagement
Der Projektmanager koordiniert, vernetzt und unterstützt die Umsetzung der Einzelprojekte vor Ort im Sinne der ganzheitlichen Entwicklungsstrategie. Die Umsetzung selbst erfolgt durch die jeweiligen Projektträger vor Ort.
Handlungsfeld: LAG-Geschäftsführung
Der/Die GeschäftsführerIn erledigt alle Aufgaben der Verwaltung des Gesamtprojektes (Führung Geschäftsstelle, Mitgliederverwaltung, Sitzungsdienst, etc.)
9 Finanzierung
Finanzierungsplan Gesamtkostenübersicht LAG --> befindet sich im vollständigen Entwicklungsplan LeaderPlus!
10 Fazit
Abschließend lässt sich festhalten, dass die Humanressourcen, die geplante Mittelausstattung und das wirtschaftliche Potenzial der Zielregion ausreichen, um den integrierten Entwicklungsplan „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" ganzheitlich umzusetzen.
Die Gesamtstrategie ist von ihrer Konzeption her umfassend geeignet und erscheint als die einzig aussichtsreiche Möglichkeit, um die Entwicklung des Zielgebietes in ökonomischer, ökologischer und kultureller Hinsicht nachhaltig zu fördern.
Antrag vom 22.02.2002