Leader in ELER

(Förderperiode 2007 - 2013)

 

 

Regionales
Entwicklungskonzept

 

KURZFASSUNG

 

 

Kulturerlebnis

Fränkische Schweiz

 

 

 

LAG Kulturerlebnis
Fränkische Schweiz e.V.

 

 

1          Abgrenzung und Lage des Gebietes

Die LEADER-Gebietskulisse der lokalen Aktionsgruppe „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" umfasst den gesamten Landkreis Forchheim.  Insgesamt stellt der Landkreis Forchheim eine relativ homogene Gesamtheit dar und ist von der Gebietsabgrenzung her geeignet, die einheitliche Entwicklungsstrategie effizient und nachhaltig umzusetzen. Die Zielregion bildet eine politische, kulturgeschichtliche und soziokulturelle Einheit.

2          Ausgangslage - Bestandsaufnahme

Bevölkerung: Das Zielgebiet umfasst den Landkreis Forchheim mit einer Fläche von 643,02 km². die Einwohnerzahl liegt per 31.12.2005 bei 113.543 Einwohnern. Dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von 177 Einwohnern je Quadratkilometer. Seit 1987 verschiebt sich die Bevölkerungspyramide hin zu den älteren Jahrgängen, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung von 12,9 % auf 17,9 % gestiegen ist.

Beschäftigung: Das Zielgebiet ist aufgrund seiner Nähe zur Metropolregion Nürnberg und aufgrund seiner ländlich geprägten Struktur durch eine niedrige Anzahl wohnortnaher Arbeitsplätze und eine traditionell hohen Pendlerquote (ca. 46 %) geprägt.

Land- und Forstwirtschaft ist gekennzeichnet durch Strukturwandel, Rückgang der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe, Trend zu großen Betriebsgrößen mit Flächen von mehr als 50 ha.

Umwelt und Naturschutz: Im Zielgebiet spielt Umwelt und Naturschutz traditionell eine große Rolle:  Beinahe 18% seiner Fläche sind FFH- (10 347,9 ha) oder SPA-Gebiet. Daneben liegt ein großer Teil des Landkreises im Naturpark „Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst" (55,31% der Landkreisfläche). Es befinden sich zudem fünf Naturschutzgebiete im Zielgebiet.

Lokale Strukturen: Es gibt eine Vielzahl lokaler Strukturen im Zielgebiet: Bayerischer Bauernverband - Geschäftsstelle Forchheim, Katholische Landjugendbewegung Diözesanverband Bamberg - Verschiedene Ortsgruppen im Landkreis Forchheim,  Evangelische Landjugend Oberfranken-Oberpfalz - Ortsgruppe Fränkische Schweiz Der Fränkische Schweiz-Verein, mit rund 7100 Mitgliedern in 44 Ortsgruppen, Verein Rund ums Walberla-Ehrenbürg e.V., Landschaftspflegeverband Landkreis Forchheim, Bund Naturschutz in Bayern e.V. - Kreisgruppe Forchheim, Fischereivereine und -genossenschaften - Bezirksfischereiverband Oberfranken e.V.

3          Stärken-Schwächen-Analyse

Schwächen

  • Bevölkerung: Sterbefallüberschüsse und rückläufige Zuwanderungsüberschüsse im Zielgebiet, hohe Auspendlersalden in die Verdichtungsräume, geringe Anzahl gewerblicher Unternehmen.
  • Landwirtschaft: hohe Kleinteiligkeit des Zielgebietes mit geringen Renditeperspektiven, Dominanz des Obstanbaus bei fehlender Vernetzung und fehlender einheitlicher Vermarktungsstrategie.
  • Dorfentwicklung: Schleichender Verlust der dorftypischen Funktionsvielfalt mit Gebäudeleerstand und Entleerung der Ortskerne, zunehmender Verfall historischer Bausubstanz.
  • Tourismus: Verkrustete Strukturen, teilweise nicht konkurrenzfähiges Angebot, ungenutztes, fehlendes Tourismus-Konzept, brachliegendes kulturhistorisches Potenzial.
  • Umwelt- und Naturschutz: Eingeschränktes Entwicklungspotenzial aufgrund strenger gesetzlicher Regelungen zum Landschafts- und Naturschutz und hoher Umweltauflagen.

Stärken:

  • Lebensqualität: Hohes Maß an individueller und sozialer Sicherheit, hochwertiges und authentisches Lebensmittelangebot, relativ niedriges Preisniveau für Bauen und Wohnen und günstige Lebenshaltungs­kosten.
  • Kultur und Natur: Hohe Wohn- und Lebensqualität, hervor­ragendes Kultur- und Freizeitangebot, einmalige Landschaftskulisse, kulturelle und landschaftliche Ressourcen und Vielfalt, landschaftliche Gliederung und Schönheit.
  • Dörfer: Menge und der Erhaltungsgrad an historischer Bausubstanz, noch weitgehend intakte, aber bedrohte Dorfkerne.
  • Landwirtschaft: Traditionelles Obstbaugebiet von nationaler Bedeutung, daraus resultierend Stärke der Obstverarbeitung und -veredlung (Brennereien, Mostereien), Teichwirtschaft mit Karpfenzucht und landwirtschaftliche Sonderkulturen als regionale Besonderheiten (Spargelanbau).

Insgesamt lässt sich festhalten, dass im Zielgebiet in den Bereichen Landwirtschaft, Kultur und Natur sowie Freizeit, Tourismus und Lebensqualität die wesentlichen Stärken des Zielgebietes liegen. Allerdings müssen die zahlreichen, latent vorhandenen, noch nicht in vollem Umfang genutzten Ressourcen gestärkt und gefördert werden.

4          Lokale Aktionsgruppe

Am 14. März 2001 wurde die  Lokale Aktionsgruppe „LEADER+ - Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" als eingetragener Verein ins Leben gerufen. In der ordentlichen Mitgliederversammlung der LAG „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz e.V." am 7. Mai 2007 wurde die Ausweitung des Zielgebietes auf den gesamten Landkreis beschlossen. In seiner Sitzung am 18.09.2007 hat der Vorstand der LAG das vorliegende Regionale Entwicklungskonzept (REK) genehmigt und die Aufnahme der eingebrachten Projekte in das REK beschlossen.

Es ist vorgesehen, einen projektbezogenen Beirat aus fachlichen Behördenvertretern einzuberufen. Dessen Aufgabe ist es, die Projektträger bei der Projekterarbeitung von der Idee bis hin zur Antragsreife thematisch und fachlich orientiert vor Ort zu beraten, zu begleiten und zu unterstützen.

5          Leitbilder und Zielvorstellungen

 

 

 

 

Für die Region des Forchheimer Landes wurde als zentrale Leitlinie des Regionalen Entwicklungskonzepts „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" die Entwicklung zu einer attraktiven  Kultur- und Gesundheitsregion mit hoher Lebensqualität in einer ökologisch intakten Umwelt abgeleitet.  Ausgehend von der Stärken- und Schwächenanalyse, der sozioökonomischen Ausgangslage und den vorhandenen Ressourcen und Potenzialen wurden deshalb folgende Kernziele und Schwerpunkte definiert:

-                     Gesundheits- und Sportregion (Klettern, Wandern, Radfahren, Ernährung)

-                     Region hochwertiger kultureller Ressourcen (Kultur und Natur)

-                     Region landwirtschaftlicher Sonderkulturen (Obst- und Gemüseanbau)

-                     Tourismus-Region: Erschließung von Nischen („sanfter" Tourismus)

-                     Demographische Stabilisierung durch hohes Maß an Familienfreundlichkeit

-                     Hochwertigkeit von Ökologie und Umwelt

-                     Erhalt des Landschaftsbildes der Fränkischen Schweiz mit Alleinstellungsmerkmal

-                     Interkommunale Zusammenarbeit und Kommunikationsfreudigkeit

-                     Verbesserung des regionalen Images nach außen und Förderung der regionalen
Identität nach innen.

Resultierend aus den Zielvorstellungen wurden im REK sieben Handlungsfelder mit den zugehörigen Leitzielen entwickelt, die sich ihrerseits dem Leitbild zu- und unterordnen:

 

 

 

 

 

 

 

Die einzelnen Handlungsfelder und deren Projekte stehen in wechselseitiger Beziehung und ergänzen sich gegenseitig. Die Verwirklichung der Projekte eines Handlungsfelds korreliert positiv mit der Projektrealisierung anderer Handlungsfelder.

6          Entwicklungsstrategien und Handlungsfelder

Aufbau auf spezifischen Ressourcen: Beim REK „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" erfolgen Schwerpunktsetzung und Definition der Handlungsfelder unter Berücksichtigung der regionalen und landschaftlichen Strukturen und spezifischen Ressourcen des Zielgebietes. Vorhandene regionale Stärken und Strukturen sollen genutzt und ausgebaut, strukturelle Schwächen hingegen abgemildert werden.  

Nachhaltigkeit der Entwicklungsstrategie: Für die These der Nachhaltigkeit spricht, dass mit der Umsetzung von Projekten in allen Handlungsfeldern dauerhaft kulturelle, gesundheitsfördernde, ökologische und landwirtschaftliche Einrichtungen geschaffen werden, deren Vernetzung zur nachhaltigen Implementierung der angestrebten „Kultur- und Gesundheitsregion Forchheimer Land" führt.

Beitrag zur Umsetzung des innovativen Konzepts: Die Betonung des Kultur- und Gesundheitsbereichs unter gleichzeitiger Einbeziehung der vorhandenen regionalen Strukturen und Partnern sowie unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte schafft ein innovatives und vernetztes Angebot, das geeignet ist, einen „sanften", umweltverträglichen Tourismus zu fördern und die Identität und das Regionalbewusstsein der einheimischen Bevölkerung zu steigern.

Handlungsfeld 1: Bildung, Erziehung, Qualifizierung

Leitziel:
Erhaltung regionaler historischer Handwerkstechniken durch Aus- und Weiterbildung.

Leitprojekt:
Mit dem Leitprojekt „Beispielprojekt und Ausbildungsstätte für die Sanierung historischer Bausubstanz" soll der Erhalt regionaler historischer Handwerkstechniken und historischer Bauten im Forchheimer Land unterstützt werden. So wird durch die Schaffung eines handwerklichen Fort- und Ausbildungszentrum für die Sanierung historischer und denkmalgeschützter Bausubstanz - in Abstimmung mit der Dorferneuerung - ein wesentlicher architektonischer, kultureller und sozialer Beitrag zur Verbesserung der Situation in den Ortskernen geleistet. Interessante Aus- und Weiterbildungskonzepte bieten Entwicklungschancen für Jugendliche. Das Handwerk in der Region wird dauerhaft gestärkt.

„SMART"es Ergebnisziel:
Am 31.12. 2013 beherrschen 30 zusatzausgebildete Jugendliche des Bauhandwerks historische Handwerkstechniken.

Weg der Zielerreichung:
Kooperation mit Berufsschulen und Denkmalpflegern.

Handlungsfeld 2: Kulturpflege und Tourismus, Image der Region

Leitziel:
Auf- und Ausbau eines Kultur- und Nischentourismus durch Ressourcenausschöpfung.

Leitprojekt:
Schleuse 94 des Ludwig-Donau-Main-Kanals
: Didaktische Aufbereitung des Industriedenkmals, Rekonstruktion des ehemals vorhandenen Schleusenwärterhäuschen und Einrichtung eines Dokumentationszentrums, um die kulturhistorische Dimension des LMD-Kanals aufzuzeigen.

„SMART"es Ergebnisziel:
Vom 1.1.2012 - 31.12.2013 wird das Dokumentationszentrum von 20 000 kulturinteressierten Naherholern und von 5000 Touristen besucht.

Weg der Zielerreichung:
Projektgruppe erarbeitet ein attraktives Konzept. Die Öffentlichkeitsarbeit wird zielgruppenorientiert mit den Tourismusverbänden optimiert.

Handlungsfeld 3: Sport und Freizeit, Lebensqualität

Leitziel:
Erhaltung und Neuschaffung von Freizeitstätten in Multifunktion.

Leitprojekt:
Frei-Bad-Land Fränkische Schweiz
. Im Zielgebiet der LAG sind verschiedene Freibäder außer Betrieb oder bedürfen der umfassenden Sanierung. Das Freizeit- und Tourismusangebot der Region bedarf in seiner Gesamtheit einer Neustrukturierung und integrierten Konzeption, um für das Zielgebiet eine positive Langzeitentwicklung im Bereich der Sport- und Freizeiteinrichtungen zu erreichen. Im Rahmen dieses Projekts soll jeder dieser Freizeiteinrichtungen ein Alleinstellungsmerkmal zugewiesen werden. Außerdem müssen die Anlagen in ein vernetztes Funktions- und Marketingkonzept einbezogen werden.

„SMART"es Ergebnisziel:
Bis 2013 sind mindestens 4 sanierte Freibäder Mitglieder im vernetzten Funktions- und Vermarktungskonzept.

 

 

 

Weg der Zielerreichung:
Sanierung der Freibäder über Mainstream-Programme. Funktionszuweisungen und Neuorientierung über Leaderprojekte.

Handlungsfeld 4: Gesellschaft und Dorfentwicklung

Leitziel:
Beitrag zu einer soziologisch ausgewogenen demographischen Entwicklung.

Leitprojekt:
Entwicklung und Gestaltung eines soziokulturellen und wirtschaftlichen Dorfmittelpunktes in Hausen
: Studie für die Errichtung eines wirtschaftlichen und soziokulturellen Zentrums in Hausen mit folgenden Inhalten: Aspekte der Bevölkerungsentwicklung, der Sozialplanung, der Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung. Diese Studie hat Pilotcharakter für viele vergleichbare Ortsstrukturen und weist vielfältige Möglichkeiten der Übertragbarkeit auf.

„SMART"es Ergebnisziel:
Einweihung des Dorfmittelpunktes Hausen in der 2. Jahreshälfte 2013.

Weg der Zielerreichung:
Erstellung einer interdisziplinären Studie über Leader. Ausbau eines 5000 m² großen Areals als multifunktionaler Dorfmittelpunkt durch die Gemeinde Hausen mit Mainstream-Programmen.

Handlungsfeld 5: Landwirtschaft, alternative Energien und Umwelt

Leitziel:
Ausbau des Obstanbaugebietes Forchheimer Land zu nationaler Konkurrenzfähigkeit.

Leitprojekt:
Einrichtung eines Ausbildungs- und Informationszentrums für Obstbau in Hiltpoltstein
: zur Erweiterung der bereits bestehenden Obstversuchsanlagen, die der Ermittlung von Erkenntnissen im traditionellen Steinobstanbau dienen. In Ergänzung zu dem bereits projektierten Obstbauernhaus Wannbach, in dem vor allem die Ausbildung zur Verwertung und Verarbeitung  von Obstprodukten in Vordergrund steht,  wird dieses  Zentrum Grundlagenwissen zur umwelt- und landschaftsgerechten, gesunden Obsterzeugung in der Region liefern. Beide Projekte ergänzen sich so in idealer Weise

„SMART"es Ergebnisziel:
Im Jahr 2012 werden im Ausbildungszentrum Hiltpoltstein 30 Obstanbauer aus der Region sowie Obstbauern aus 3 verschiedenen Nationen ausgebildet.

Weg der Zielerreichung:
Ausbildungsoffensive für die heimischen Obstbauern. Sanktionierte Kooperationsvereinbarungen mit Obstbauern in Ungarn, Polen, Italien, Tschechien.

Handlungsfeld 6: Wirtschaft

Leitziel:
Stärkung der Gastronomie durch vermehrten Einsatz regionaler Agrarprodukte.

Leitprojekt:
Das Projekt „Kulinarische Reise durch das fränkische Jahr" plant in Zusammenarbeit mit dem Hotel- und Gaststättenverband die Entwicklung einer Strategie, um regionale Produkte, die sich insbesondere durch hohe Frischequalität und geringen logistischen Aufwand auszeichnen, deutlich stärker in die betriebliche Verarbeitung einzubeziehen. Dabei sollen heimische, saisonale Spezifika auf dem Küchenplan erheblich stärker Berücksichtigung finden.

„SMART"es Ergebnisziel:
Am 31.12.2013 beteiligen sich 50 % der gastronomischen Betriebe an der „Kulinarischen Reise".

Weg der Zielerreichung:
Festlegung von Qualitätsstandards und Werbestrategien. Entwicklung einer funktionierenden  Wertschöpfungskette: Landwirtschaft, einheimische Jagd und Fischerei, Obst- und Gemüseveredler, Brauereien, Getränkehersteller, Gastronomie, Kunde.

Handlungsfeld 7: LAG-Management

Leitziel:
Koordinierung, Beratung und Realisierung des integrierten Entwicklungskonzeptes.

Leitprojekt:
LAG-Management: Das LAG-Management koordiniert, vernetzt und unterstützt die Umsetzung der Einzelprojekte vor Ort im Sinne der ganzheitlichen Entwicklungsstrategie und unter Berücksichtigung individueller Umweltschutzaspekte. Die Umsetzung selbst erfolgt durch die jeweiligen Projektträger vor Ort.

„SMART"es Ergebnisziel:
Maximale Ausschöpfung der Fördermittel und der Kofinanzierung; maximale Erschließung von Mitteln über Mainstream-Programme. Am 31.12.2013 wird ein Gesamtinvestitionsvolumen von mehr als 6 Millionen Euro erreicht.

Weg der Zielerreichung:
Massive Vernetzungs- und Kooperationsbestrebungen, verstärkte Sensibilisierung der Projektträger für die Regionalentwicklung im Forchheimer Land.

 7         Anwendung der Leader-Methode auf Hauptmaßnahmen in ELER

Flurneuordnung: Das Gesamtkonzept des Kulturerlebnis Fränkische Schweiz ist auf die Zielsetzung der Flurneuordnung ausgerichtet. Die Projekte: FreibadLand Fränkische Schweiz und Interaktives Informationssystem für den Ausdauersport sind diesem Ziel zuzuordnen. Neben dem touristischen Charakter dienen diese gleichrangig der naturbezogenen Erholung der einheimischen Bevölkerung. Eine ganze Reihe von Projekten dient der Ausstattung mit touristischer ländlicher Infrastruktur, einem wesentlichen Erfolgsfaktor der Flurneuordnung (Schleuse 94 des Ludwig-Donau-Main-Kanals, Raumzeit Lange Meile, Kletterzentrum Oberes Trubachtal u. a.).

Dorferneuerung: Diese dient der nachhaltigen Verbesserung der Lebens-, Arbeits- und Umweltverhältnisse, aber auch der Verbesserung städtebaulich unbefriedigender Zustände. Durch zahlreiche Einzelprojekte wird das Bewusstsein für die dörfliche Lebenskultur und den heimatlichen Lebensraum vertieft sowie die ökonomischen, ökologischen, sozialen und kulturellen Potentiale gestärkt. Dies kommt insbesondere in den Projekten Obstbauernhaus Wannbach, Gestaltung eines wirtschaftlichen und soziokulturellen Dorfmittelpunktes, Kreativzentrum Morschreuth, Burgenkundliche Ausstellung Streitberg zum Ausdruck. Mit diesen Projekten wird historische, teilweise bäuerliche, ortsbildprägende Bausubstanz erhalten.

Diversifizierung: Durch die Diversifizierung landwirtschaftlicher Betriebe hin zu nichtlandwirtschaftlichen Tätigkeiten sollen für die Landwirtschaft alternative Einkommensmöglichkeiten und Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden. Die in den Handlungsfeldern Bildung, Erziehung, Qualifizierung sowie Kulturpflege, Tourismus, Image der Region und Sport, Freizeit, Lebensqualität diskutierten Projekte dienen der Steigerung der touristischen Attraktivität der Region. Einige dieser Projekte dienen der direkten Arbeitsplatzsicherung. Die Förderung nachwachsender Rohstoffe leistet neben der Arbeitsplatzsicherung einen nachhaltigen Beitrag zur Schonung der
Energieressourcen. Diese Förderung wird in einigen Projekten unterstützt.

Landschaftspflege und Naturschutz: Die LAG Kulturerlebnis Fränkische Schweiz hat im REK das Thema Landschaftspflege und Naturschutz entsprechend seiner Bedeutung verankert. Der Erhalt der einmaligen Landschaftskulisse der Region ist ein primäres Ziel. Das entscheidende Charakteristikum für dieses Landschaftsbild der Fränkischen Schweiz ist seine wenig bewaldete, bizarre und schroffe Dolomitfelsenkulisse mit weiten Trockenrasenflächen. In anderen Bereichen der Region wirken kleinräumige Obstgärten landschaftsprägend.  Die Projekte im Handlungsfeld Landwirtschaft, alternative Energien, Umweltschutz sind auf dieses Ziel abgestimmt. Die unter 7. beschriebene Umsetzung der Hauptmaßnahmen wurde mit den beteiligten Fachbehörden diskutiert und abgestimmt.

8          Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Die Entwicklung des regionalen Entwicklungskonzeptes „Kulturerlebnis Fränkische Schweiz" erfolgte in kontinuierlicher Abstimmung mit den relevanten Kräften des Umweltschutzes, um von Beginn an die nachhaltige Umweltverträglichkeit der Projekte sicherzustellen.
Es wurden frühzeitig Abstimmungsgespräche mit den relevanten Behörden und Ämtern geführt, um vorhandene Planungen zu berücksichtigen und die Belange des Umwelt- und Naturschutzes zu diskutieren. In das REK haben diese in vielfältiger Art und Weise Eingang und Berücksichtigung gefunden.

Sofern bei Projekten Naturschutzgebiete und FFH-Gebiete betroffen sind, werden die entsprechenden Maßnahmen vor Ort sensibel und in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde umgesetzt, um positive nachhaltige Effekte in den FFH-Gebieten zu erreichen. Sofern Arten- und Biotopschutzprojekte (ABSP) im Zielgebiet von einzelnen Projekten tangiert werden, wird auch hier auf die spezifischen Besonderheiten Rücksicht genommen und entsprechende Situationen geschaffen. Durch die geplante Entwicklungsstrategie sind insgesamt die erhöhten Anforderungen an die Umweltintegration bzw. die Beachtung des Prinzips der nachhaltigen Entwicklung berücksichtigt (siehe Anlage „Stellungnahme Untere Naturschutzbehörde" Kap. 8). Die Vereinbarkeit mit „Natura 2000" ist gegeben.

9          Geplante Zusammenarbeit zwischen ländlichen Gebieten

Mögliche Partnerregionen: Die möglichen Partnerregionen der LAG Kulturerlebnis Fränkische Schweiz weisen Übereinstimmungsansätze im Bereich natürlicher, kultureller, wirtschaftlicher und sozialer Grundbedingungen auf. Außerdem kommen die Leader-Aktionsgruppen in Betracht, die in der fränkischen Nachbarschaft angesiedelt sind.

Gründe für die Zusammenarbeit: Diese erschließen sich aus dem Niveau und der Intensität der Kooperation. Auf dem Niveau des Erfahrungsaustausches gibt es als Begründungen: Entwicklung neuer Perspektiven, Sensibilisierung der Bevölkerung für vergleichbare Strukturen, Aufwertung der Region durch Transfers, Schaffung neuer Perspektiven für die eigenen Region durch internationalen Austausch u. a.

Entwicklungsstand der Zusammenarbeit: Auf der Ebene des Erfahrungsaustausches bestehen Kooperationen mit LAGen aus Regionen, die den Schwerpunkt Wanderregion gesetzt haben. Erfahrungsaustausch auf internationaler Ebene hat sich mit der LAG Müllerthal in der Kleinen Echternacher Schweiz in Luxemburg entwickelt. Das Thema Obstanbau und landwirtschaftliche Sonderkulturen stößt auf großes internationales Interesse. Mit LAGen aus Polen, Ungarn, Tschechien und Italien wurden Sondierungsgespräche zur Aufnahme von qualitativ hochwertigen Kooperationsvorhaben geführt. Formal sanktionierte Netzwerke bestehen zum bayernweit formulierten Themenkomplex „Europäische Jakobswege". Auf oberfränkischer Ebene bestehen sanktionierte Kooperationsvereinbarungen zu den Themen: Energiewende Oberfranken, Lebensader Main, Familienfreundliches Oberfranken, Europäische Jakobswege in Oberfranken, Genussregion Oberfranken.

Zielsetzung der Zusammenarbeit: Kooperation bedeutet Mehrwert, sowohl aus wirtschaftlicher, als auch kultureller und insbesondere sozialer Sicht. Sie hilft, Gemeinsamkeiten offen zu legen und individuelle Ausprägungen herauszuarbeiten, sie schafft Vergleichbarkeiten, Identität und spornt zu neuen Initiativen an. Wirtschaftlicher Mehrwert schafft gemeinsames Marketing,  die Erschließung neuer Märkte und den Erwerb von „Transfer-Know-how". Sozialer Mehrwert bedeutet qualitative und quantitative Intensivierung zwischenmenschlicher Kontakte sowie Weitergabe und Lernen mit und von den jeweiligen Partnern.

Ansätze und Ergebnisse aus Leader+: Im Integrierten Entwicklungsplan der LAG Kulturerlebnis Fränkische Schweiz vom 21.02. 2002 war eine Form der Zusammenarbeit zwischen ländlichen Gebieten nicht formuliert. Im Verlauf der Tätigkeit wurden LAG-Management und Aktionsgruppe von der Notwendigkeit und Bedeutung der Kooperationen überzeugt. Nach einer Konsolidierungsphase ergaben sich zahlreiche Kontaktanbahnungen. Diese wurden über Leader+ weiterentwickelt, für Leader in ELER präzisiert und teilweise zur Entscheidungsreife entwickelt. Die Kooperationen werden in der LAG künftig eine deutlich stärkere Position einnehmen.

10       Zusammenfassung
Aufstellung aller Einzelprojekte mit Kostenschätzungen und Checkliste der Auswahlkriterien für die Beschlussfassung der LAG-Vorstandschaft: Dabei werden für ein Kriterium bis zu 9 Punkte vergeben. Die jeweilige Punktzahl wird mit der Gewichtung multipliziert und ergibt einen Punkte-Gesamtwert. Die maximale Punktzahl beträgt 234 Punkte. Voraussetzung für eine positive Verbescheidung eines Projektes ist das Erreichen einer Mindestpunktzahl von 117 Punkten (50 %).